Absorption (interstellar)

astrophysikmilchstrasse

Interstellare Absorption bezeichnet die Schwächung und Veränderung des Lichts von Sternen oder anderen Himmelsobjekten durch Gas und Staub im interstellaren Medium, also im Raum zwischen den Sternen einer Galaxie. Dieses Phänomen beeinflusst die gemessene Helligkeit und Farbe von Himmelsobjekten erheblich und muss bei astrophysikalischen Messungen sorgfältig berücksichtigt werden.

Der interstellare Staub besteht aus winzigen festen Partikeln, meist aus Silikaten oder Kohlenstoffverbindungen, mit typischen Durchmessern im Bereich von Bruchteilen eines Mikrometers. Diese Partikel streuen und absorbieren Lichtstrahlen, wobei kurzwelliges blaues Licht stärker betroffen ist als langwelliges rotes Licht. Das führt zum sogenannten interstellaren Röten (engl. reddening): Weit entfernte Sterne erscheinen uns röter als sie physikalisch sind.

Die Absorption wird in Magnituden pro Kiloparsec angegeben. In der Ebene der Milchstraße kann sie erhebliche Werte annehmen - in Richtung des Galaktischen Zentrums sind es im sichtbaren Licht mehr als 30 Magnituden, was bedeutet, dass das Zentrum im optischen Bereich praktisch vollständig verborgen ist. Im Infrarot und Radiobereich ist die Absorption deutlich geringer, weshalb Radioteleskope und Infrarotobservatorien tief in die Galaxis blicken können.

Die Korrektur der interstellaren Absorption ist bei der Bestimmung von Sternhelligkeiten und Galaxienentfernungen unerlässlich.