Doppelstern
Doppelstern bezeichnet ein System aus zwei Sternen, die durch ihre gegenseitige Gravitation aneinander gebunden sind und gemeinsam um ihren gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Schätzungsweise die Hälfte aller Sterne in der Milchstraße sind Teil solcher Mehrfachsysteme - Einzelsterne wie unsere Sonne stellen eher die Ausnahme dar.
Man unterscheidet verschiedene Typen. Visuelle Doppelsterne lassen sich im Teleskop direkt als zwei getrennte Punkte erkennen. Spektroskopische Doppelsterne sind zu weit entfernt, um optisch aufgelöst zu werden; ihre Natur verrät sich durch periodische Dopplerverschiebungen in ihrem Spektrum. Bedeckungsveränderliche Doppelsterne - sogenannte Eklipsende Binäre - zeigen Helligkeitsschwankungen, wenn ein Stern den anderen aus unserer Blickrichtung verdeckt.
Ein bekanntes Beispiel ist Algol im Sternbild Perseus, ein Bedeckungsveränderlicher, der schon im Altertum durch seine regelmäßige Helligkeitsabnahme auffiel. Das nächste Sternsystem zur Erde, Alpha Centauri, ist ebenfalls ein Doppelsystem; zusammen mit dem schwachen Roten Zwerg Proxima Centauri bildet es sogar ein Dreifachsystem.
Doppelsterne spielen eine wichtige Rolle in der Astrophysik: Aus den Umlaufbahnen lassen sich Sternmassen direkt berechnen, was bei Einzelsternen nicht möglich ist. Zudem entstehen in engen Doppelsternsystemen interessante Phänomene wie Massenübertragung, Novae und möglicherweise Supernovae vom Typ Ia.