Weißer Zwerg

astrophysikmilchstrasse

Weißer Zwerg bezeichnet das kompakte Überbleibsel eines mittelgroßen Sterns, der seinen nuklearen Brennstoff vollständig verbraucht hat und dabei seine äußeren Hüllschichten als Planetarischen Nebel abgestoßen hat. Was bleibt, ist ein heißer, extrem dichter Kern aus entartetem Elektronengas, der nicht mehr durch Kernfusion, sondern allein durch den Quantendruck der Elektronen gegen den Gravitationskollaps gestützt wird.

Die meisten Sterne mit einer Anfangsmasse bis etwa acht Sonnenmassen enden als Weißer Zwerg. Unser eigenes Zentralgestirn wird in rund fünf Milliarden Jahren dasselbe Schicksal erleiden. Ein typischer Weißer Zwerg besitzt etwa die Masse der Sonne, aber nur den Durchmesser der Erde - rund 10.000 bis 15.000 Kilometer. Die Dichte liegt daher bei rund einer Tonne pro Kubikzentimeter. Das nächstgelegene bekannte Exemplar ist Sirius B, der Begleiter des hellsten Fixsterns am Nachthimmel, in rund 8,6 Lichtjahren Entfernung.

Obwohl ein Weißer Zwerg keine Energie mehr erzeugt, leuchtet er lange Zeit durch Abkühlung seiner gespeicherten Wärme. Über Milliarden von Jahren kühlt er sich langsam ab und wird schließlich zu einem unsichtbaren Schwarzen Zwerg - ein Endzustand, der im Alter des heutigen Universums noch nicht erreicht werden konnte.