Urknall
Urknall bezeichnet den Beginn von Raum, Zeit, Materie und Energie vor etwa 13,8 Milliarden Jahren, aus dem das gesamte Universum hervorging. Der Begriff ist dabei etwas irreführend: Es handelte sich nicht um eine Explosion in einem bereits bestehenden Raum, sondern um die Entstehung des Raumes selbst aus einem Zustand extrem hoher Dichte und Temperatur.
In den ersten Sekundenbruchteilen nach dem Urknall herrschten Temperaturen von vielen Milliarden Grad. Protonen, Neutronen und Elektronen bildeten sich erst, als das Universum kühl genug war. Etwa drei Minuten nach dem Urknall entstanden die ersten Atomkerne - hauptsächlich Wasserstoff und Helium - in einem Prozess, der als Urknallnukleosynthese bezeichnet wird. Erst rund 380.000 Jahre später kühlte das Universum soweit ab, dass sich stabile Atome bilden konnten. Das damals freigesetzte Licht ist heute als kosmische Hintergrundstrahlung bei einer Temperatur von etwa 2,7 Kelvin messbar.
Zentrale Belege für den Urknall sind die Rotverschiebung weit entfernter Galaxien, die auf eine Ausdehnung des Universums hinweist, die kosmische Mikrowellenhintergrundstrahlung sowie das gemessene Verhältnis von Wasserstoff zu Helium im Kosmos. Das Urknallmodell ist der wissenschaftliche Konsens zur Entstehung des Universums.