X-ray-Burster

astrophysik

X-ray-Burster bezeichnet eine Klasse von Röntgendoppelsternsystemen, bei denen ein Neutronenstern in unregelmäßigen Abständen kurze, extrem helle Ausbrüche im Röntgenbereich erzeugt. Diese Ausbrüche dauern typischerweise zwischen zehn Sekunden und einigen Minuten und übersteigen die normale Leuchtkraft des Systems um das Hundertfache oder mehr.

Ursache ist ein thermonuklearer Blitz auf der Oberfläche des Neutronensterns: Wasserstoff- und Heliumgas, das vom Begleitstern abströmt und sich auf der Neutronensternoberfläche ansammelt, zündet bei ausreichend hoher Dichte und Temperatur schlagartig. Die dabei freigesetzte Energie entspricht in Sekunden der eines ganzen Jahres normaler Strahlung.

Man unterscheidet Typ-I-Burster, die auf diesen thermonuklearen Ausbrüchen beruhen, von Typ-II-Bustern, bei denen akkretionsbedingte Instabilitäten als Ursache diskutiert werden. Das Rapid Burster und die Quelle MXB 1730-335 gelten als bekannte Vertreter der eher seltenen Typ-II-Klasse. X-ray-Burster liefern wichtige Informationen über die Zustandsgleichung der Materie in Neutronensternen sowie über Kernreaktionen bei extremen Drücken und Temperaturen.