Zentralstern
Zentralstern bezeichnet den heißen, kompakten Überrest eines Sterns, der im Mittelpunkt eines planetarischen Nebels liegt und diesen durch seine intensive ultraviolette Strahlung zum Leuchten anregt. Zentralsterne sind die freiliegenden Kerne ehemaliger Riesensterne mittlerer Masse, nachdem deren äußere Hülle als planetarischer Nebel abgestoßen wurde.
Die Oberflächentemperaturen von Zentralsternen sind außergewöhnlich hoch und liegen häufig zwischen 50.000 und über 200.000 Kelvin. Damit zählen sie zu den heißesten bekannten Sternen überhaupt. Trotz ihrer extremen Temperaturen sind sie relativ lichtschwach, da ihre Fläche sehr gering ist. Im Hertzsprung-Russell-Diagramm wandern Zentralsterne nach der Abstossungsphase von links oben nach rechts unten, wo sie als Weisse Zwerge enden.
Ein bekanntes Beispiel ist der Zentralstern des Ringnebels (Messier 57) in der Leier. Mit einer Helligkeit von etwa 15 mag ist er selbst in mittleren Teleskopen schwer zu beobachten, obwohl der umgebende Nebel bereits gut sichtbar ist. Zentralsterne sind wichtige Studienobjekte für die Sternentwicklung, weil sie den Übergang vom Asymptotischen Riesenast zur Weissen-Zwerg-Phase direkt zeigen. Mit dem Ende des planetarischen Nebels - nach einigen zehntausend Jahren - bleiben sie als isolierte Weisse Zwerge zurück.