Astrofotografie
Astrofotografie bezeichnet die fotografische Aufnahme von Himmelsobjekten - von Mond und Planeten über Sternhaufen und Galaxien bis hin zu Nebeln und Kometenschweífen. Sie verbindet Astronomie mit Bildtechnik und ermöglicht es, Details sichtbar zu machen, die dem bloßen Auge oder dem direkten Okularblick verborgen bleiben.
Das Grundprinzip der Astrofotografie nutzt die Eigenschaft von Kamerasensoren oder Filmen, Licht über einen längeren Zeitraum zu integrieren. Durch sogenannte Langzeitbelichtungen können auch sehr lichtschwache Objekte abgebildet werden. Moderne CMOS- und CCD-Sensoren sind dabei wesentlich empfindlicher als Analogfilm und erlauben Aufnahmen mit niedrigem Rauschen.
Entscheidend für qualitativ hochwertige Aufnahmen ist eine nachgeführte Montierung, die die Erdrotation ausgleicht - ohne Nachführung erscheinen Sterne als Striche statt als Punkte. Die Bildbearbeitung spielt eine zentrale Rolle: Mehrere Einzelaufnahmen werden gestapelt (Stacking), um das Signal-Rausch-Verhältnis zu verbessern. Calibrierungsframes wie Darks, Flats und Bias helfen dabei, Sensorartefakte zu korrigieren.
Hobbyastronomen erzielen heute mit Spiegelreflexkameras oder dedizierten Astrokameras an Teleskopen mittlerer Klasse Ergebnisse, die vor zwanzig Jahren nur professionellen Observatorien möglich waren. Schmalbandige Interferenzfilter erlauben zudem Aufnahmen trotz starker Lichtverschmutzung.