Coronagraph

teleskopesonnensystem

Coronagraph bezeichnet ein optisches Instrument oder eine Einrichtung in einem Teleskop, die das direkte Licht eines hellen Zentralobjekts - meist der Sonne oder eines Sterns - künstlich ausblendet, um schwächere Strukturen in dessen unmittelbarer Umgebung sichtbar zu machen. Das Gerät wurde 1930 vom französischen Astronomen Bernard Lyot entwickelt.

Das grundlegende Prinzip besteht in einer undurchsichtigen Scheibe, dem sogenannten Okkultationsschirm, der das Zentralobjekt abdeckt. Damit verbunden sind spezielle Blenden und Linsenanordnungen, die unerwünschtes Streulicht im Strahlengang unterdrücken. Das größte Problem ist dabei nicht das direkte Licht, sondern das Beugungslicht an Linsen- und Spiegelkanten sowie Reflexionen im Instrumenteninneren.

In der Sonnenbeobachtung erlaubt der Coronagraph, die Sonnenkorona während einer totalen Sonnenfinsternis auch ohne Mondbedeckung zu beobachten. So lassen sich koronale Massenauswürfe und die Struktur des äußeren Sonnenwindes kontinuierlich verfolgen. Bekannte bodengebundene Coronagraphen befinden sich am Pic du Midi in den Pyrenäen sowie am Mauna Loa Observatory auf Hawaii.

In der modernen Exoplanetenforschung spielen Coronagraphen eine wachsende Rolle: Sie ermöglichen es, das Licht eines Sterns so weit zu unterdrücken, dass direkt aufgenommene Bilder umlaufender Planeten möglich werden - eine technisch hochanspruchsvolle Aufgabe, da ein Stern seine Planeten um das Milliarden-fache an Helligkeit übertrifft.