Apogäum

sonnensystemberechnungen

Apogäum bezeichnet den Punkt auf der Umlaufbahn eines Körpers um die Erde, an dem dieser der Erde am weitesten entfernt ist. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: apo bedeutet fern, gaia steht für Erde. Das erdnächste Gegenstück heißt Perigäum.

Das bekannteste Beispiel ist die Mondbahn: Da der Mond die Erde auf einer leicht elliptischen Bahn umkreist, schwankt sein Abstand erheblich. Im Apogäum beträgt die Entfernung Erde-Mond im Mittel rund 405.500 km, im Perigäum hingegen nur etwa 363.300 km. Diese Variation von rund 12 Prozent ist mit bloßem Auge erkennbar - der Vollmond im Perigäum (umgangssprachlich „Supermond”) erscheint spürbar größer und heller als der Vollmond im Apogäum.

Die Apsidenlinie des Mondes - also die Verbindung von Perigäum und Apogäum - dreht sich durch Gravitationsstörungen von Sonne und Planeten langsam im Raum: Sie vollzieht in rund 8,85 Jahren eine vollständige Umdrehung. Dieses Phänomen heißt Apsidendrehung oder Perigäumsdrehung der Mondbahn.

Auch für künstliche Erdsatelliten ist das Apogäum von Bedeutung. Viele Satelliten werden zunächst auf einer elliptischen Transferbahn gebracht, um dann im Apogäum durch Triebwerksmanöver in eine Kreisbahn überführt zu werden. Dieser Punkt bietet sich an, weil dort die Bahngeschwindigkeit am geringsten ist.