Astronavigation
Astronavigation bezeichnet die Methode zur Bestimmung des eigenen Standorts und der eigenen Reiserichtung mithilfe von Himmelskörpern - insbesondere Sonne, Mond, Planeten und hellen Navigationssternen. Sie ist eine der ältesten Navigationstechniken und war über Jahrhunderte die einzige zuverlässige Methode zur Positionsbestimmung auf hoher See.
Das Grundprinzip beruht auf der Höhenmessung von Himmelskörpern über dem Horizont. Mit einem Sextanten misst der Navigator den Winkel zwischen dem Horizont und einem bekannten Gestirn. Aus dem gemessenen Höhenwinkel, der genauen Uhrzeit (per Chronometer) und den vorausberechneten Positionen der Gestirne aus dem nautischen Almanach lässt sich eine Standlinie berechnen. Zwei oder mehr solcher Standlinien ergeben den Standort als Schnittpunkt.
Besonders bedeutend war die Monddistanzmethode im 18. Jahrhundert: Durch Messung des Winkels zwischen dem Mond und hellen Referenzsternen sowie Vergleich mit Almanach-Tabellen konnte der Längengrad auch ohne genaues Chronometer bestimmt werden. Mit der Entwicklung präziser Chronometer und später der Satelliten-Navigation (GPS) verlor die klassische Astronavigation als Routinemethode an Bedeutung.
Dennoch gehört Astronavigation weiterhin zur Ausbildung von Offizieren in der Berufsschifffahrt und Luftfahrt als Rückfallsystem, falls elektronische Navigation ausfällt. In der Raumfahrt wird sie für interplanetare Missionen eingesetzt, bei denen GPS keine Rolle spielt.