Astrobiologie
Astrobiologie bezeichnet die interdisziplinäre Wissenschaft, die sich mit dem Ursprung, der Evolution, der Verbreitung und der Zukunft des Lebens im Universum befasst. Sie verbindet Astronomie, Biologie, Geologie, Chemie und Planetenwissenschaften, um zu verstehen, unter welchen Bedingungen Leben entstehen kann und ob es außerhalb der Erde existiert oder existiert haben könnte.
Ein zentrales Konzept ist die sogenannte habitierbare Zone - der Bereich um einen Stern, in dem flüssiges Wasser auf der Oberfläche eines Planeten existieren könnte. Für unser Sonnensystem liegt diese Zone ungefähr zwischen 0,95 und 1,7 Astronomischen Einheiten. Die Erde befindet sich dabei komfortabel innerhalb dieser Zone; Mars liegt an ihrem äußeren Rand, Venus knapp innerhalb.
Die Astrobiologie stützt sich auf mehrere Forschungsfelder: die Untersuchung von Extremophilen auf der Erde (Organismen, die unter extremen Bedingungen leben), die Analyse von Meteoriten auf organische Verbindungen sowie die Suche nach Biosignaturen - also Hinweisen auf Leben - in Planetenatmosphären oder auf Oberflächen. Methansignaturen im Marsspektrum und mögliche Phosphansignale in der Venusatmosphäre waren Gegenstand wissenschaftlicher Debatten.
Die SETI-Forschung (Search for Extraterrestrial Intelligence) ist ein Teilbereich der Astrobiologie, der gezielt nach technologischen Signalen aus dem Weltall sucht.