Apsidenlinie
Apsidenlinie bezeichnet die gedachte Verbindungslinie zwischen den beiden Apsiden einer elliptischen Umlaufbahn - also zwischen dem bahnnahen Punkt (Periapsis) und dem bahnfernen Punkt (Apoapsis). Sie entspricht der großen Achse der Ellipse und ist damit die längste Abmessung der Bahn.
Bei Planetenbahnen um die Sonne heißen die Apsiden Perihel (sonnennächster Punkt) und Aphel (sonnenfernster Punkt). Die Apsidenlinie zeigt in eine bestimmte Richtung im Raum, die sich jedoch im Laufe der Zeit langsam verändert - man spricht dann von einer Apsidendrehung oder Perihelrotation. Dieses Phänomen ist besonders beim Merkur ausgeprägt: Seine Apsidenlinie dreht sich pro Jahrhundert um rund 574 Bogensekunden, wovon 43 Bogensekunden allein durch die Allgemeine Relativitätstheorie erklärt werden. Einstein konnte diesen Wert exakt vorhersagen, was als ein wichtiger früher Beleg für seine Theorie gilt.
Bei Mondumlaufbahnen spricht man von Perigäum und Apogäum, die Apsidenlinie dreht sich hier innerhalb von rund 8,85 Jahren einmal vollständig um. Die Kenntnis der Apsidenlinie ist für die Bahnmechanik unverzichtbar, da sie die Orientierung der Ellipse im Raum beschreibt und damit für präzise Vorhersagen von Positionen und Entfernungen benötigt wird.