Aberration

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Aberration bezeichnet die scheinbare Verschiebung der Position eines Himmelskörpers, die durch die endliche Lichtgeschwindigkeit in Kombination mit der Bewegung des Beobachters entsteht. Es handelt sich nicht um einen Messfehler, sondern um einen realen physikalischen Effekt.

Der wichtigste Sonderfall ist die jährliche Aberration, auch als Aberration des Lichts bekannt. Weil sich die Erde mit etwa 29,8 km/s um die Sonne bewegt und das Licht eine endliche Geschwindigkeit von rund 299.792 km/s hat, muss ein Teleskop leicht in Fahrtrichtung geneigt werden, um ein Sternbild scharf einzufangen - ähnlich wie man einen Regenschirm beim Gehen nach vorne neigt. Der maximale Aberrationswinkel beträgt dabei rund 20,5 Bogensekunden.

Daneben gibt es die tägliche Aberration durch die Eigenrotation der Erde sowie die säkulare Aberration durch die Bewegung des gesamten Sonnensystems. Erst 1727 entdeckte James Bradley diesen Effekt durch genaue Positionsmessungen des Sterns Gamma Draconis. Die Aberration war zugleich ein früher direkter Nachweis, dass sich die Erde tatsächlich um die Sonne bewegt.

In der Optik bezeichnet Aberration außerdem Abbildungsfehler von Linsen und Spiegeln, die zu unscharfen oder verzerrten Bildern führen - diese Bedeutung ist von der astronomischen zu unterscheiden.