Astrometrie
Astrometrie bezeichnet den Teilbereich der Astronomie, der sich mit der präzisen Messung und Katalogisierung der Positionen, Abstände und Eigenbewegungen von Himmelskörpern befasst. Sie gehört zu den ältesten astronomischen Disziplinen und liefert die Grundlagendaten, auf denen weite Teile der modernen Astrophysik und Raumfahrt aufbauen.
Das wichtigste Messverfahren für nahe Sterne ist die trigonometrische Parallaxe: Man beobachtet einen Stern von zwei gegenüberliegenden Punkten auf der Erdbahn (im Abstand von 2 Astronomischen Einheiten) und misst die scheinbare Verschiebung seiner Position. Aus dem Parallaxenwinkel lässt sich der Abstand berechnen. Ein Parallaxenwinkel von einer Bogensekunde entspricht einer Entfernung von einem Parsec (rund 3,26 Lichtjahre).
Die europäische Raumsonde Hipparcos (1989-1993) revolutionierte die Astrometrie durch die Messung von rund 118.000 Sternpositionen mit bisher unerreichter Genauigkeit. Ihr Nachfolger Gaia (seit 2013 im Betrieb) hat Positionen und Abstände von mehr als einer Milliarde Sterne mit Präzisionen im Mikrobogensekunden-Bereich bestimmt - ein Datensatz, der die Astronomie nachhaltig verändert.
Astrometrie spielt auch bei der Entdeckung von Exoplaneten eine Rolle: Ein Planet zieht den Zentralstern gravitativ zu sich, was zu einer messbaren periodischen Verschiebung der Sternposition führt.