Azimut

grundlagenberechnungen

Azimut bezeichnet den horizontalen Winkel, der die Richtung eines Himmelskörpers am Himmel im lokalen Horizont-Koordinatensystem angibt. Zusammen mit der Höhe über dem Horizont (Altitude) beschreibt der Azimut vollständig, wo am Himmel sich ein Objekt aus Sicht eines bestimmten Beobachters befindet.

Der Azimut wird in der Astronomie üblicherweise von Norden aus im Uhrzeigersinn gemessen, also von 0° (Norden) über 90° (Osten), 180° (Süden) bis 270° (Westen) und wieder zurück zu 360° = 0°. In der Navigation wird ebenfalls diese Konvention verwendet. Alternativ existiert ein System, das von Süden ausgeht, welches früher in der europäischen Astronomie gebräuchlicher war.

Das Horizontalsystem mit Azimut und Altitude ist besonders praktisch für Beobachter, da es direkt auf das sichtbare Himmelsgewölbe bezogen ist. Allerdings ist es beobachterabhängig: Dieselbe Himmelsregion hat für einen Beobachter in Berlin andere Azimut-Altitude-Werte als für einen Beobachter in München, selbst wenn beide gleichzeitig messen. Zudem ändert sich der Azimut eines Sterns durch die Erdrotation ständig.

In der Praxis nutzen viele computergesteuerte Teleskop-Montierungen das Azimut-Altitude-Prinzip (Alt-Az-Montierung). Eine Umrechnung in das äquatoriale Koordinatensystem (Rektaszension und Deklination) ist über geografische Breite und Sternzeit mathematisch eindeutig möglich.