H-II-Region
H-II-Region bezeichnet eine leuchtende Gaswolke aus ionisiertem Wasserstoff, die durch die intensive ultraviolette Strahlung junger, heißer Sterne zum Leuchten angeregt wird. Der Name leitet sich vom Symbol H II für einfach ionisierten Wasserstoff ab - also Wasserstoff, dem sein einziges Elektron durch energiereiche Strahlung entrissen wurde.
In H-II-Regionen finden intensive Sternbildungsprozesse statt. Massereiche junge Sterne der Spektralklassen O und B senden ausreichend harte ultraviolette Strahlung aus, um das umgebende Gas zu ionisieren. Die elektrisch geladenen Protonen und Elektronen rekombinieren immer wieder, wobei sie charakteristische Spektrallinien aussenden - darunter die rote H-alpha-Linie bei 656 Nanometern, die H-II-Regionen auf Fotos typischerweise in kräftigem Rot erscheinen lässt.
Bekannte Beispiele sind der Orionnebel (M42), der rund 1.300 Lichtjahre entfernt liegt und mit bloßem Auge als Nebelfleck im Schwert des Orion sichtbar ist, sowie der Eta-Carinae-Nebel und der Rosettennebel. H-II-Regionen können sich über Hunderte von Lichtjahren erstrecken. Sie sind Tracer für spiralförmige Strukturen in Galaxien, da sie stets die Arme aufleuchten lassen, wo aktive Sternbildung stattfindet. Im Kontrast dazu bestehen H-I-Regionen aus neutralem, nicht ionisiertem Wasserstoff und emittieren kein sichtbares Licht, sondern Radiostrahlung bei 21 Zentimetern Wellenlänge.