Nebel

astrophysikmilchstrasse

Nebel bezeichnet in der Astronomie ausgedehnte Ansammlungen von Gas und Staub im interstellaren Raum, die als leuchtende, dunkle oder reflektierende Strukturen sichtbar werden. Der Begriff wurde historisch auch für entfernte Galaxien verwendet, bevor ihre wahre Natur bekannt war; heute gilt er ausschliesslich für Gaswolken.

Grundsätzlich unterscheidet man mehrere Typen: Emissionsnebel strahlen selbst Licht ab, weil energiereiche Sternstrahlung das umliegende Gas ionisiert. Der bekannteste ist der Orionnebel (M 42), rund 1.344 Lichtjahre entfernt, in dem noch heute Sterne entstehen. Reflexionsnebel hingegen streuen das Licht benachbarter Sterne und erscheinen bläulich. Dunkelnebel sind opake Staubwolken ohne eigene Lichtquelle und heben sich als schwarze Silhouetten vom Hintergrund ab.

Planetarische Nebel entstehen am Lebensende von Sternen mittlerer Masse: Die äussere Hülle wird abgestossen und leuchtet durch den UV-Fluss des verbleibenden Weissen Zwergs. Supernovaüberreste wie der Krebsnebel (M 1) markieren die Explosionen massereicher Sterne. Nebel sind die Geburtsstätten neuer Sterne und Lieferanten angereicherten Materials für die nächste Sterngeneration.