Interstellares Medium
Interstellares Medium bezeichnet die Materie und Strahlung, die den Raum zwischen den Sternen einer Galaxie ausfüllt. Es besteht hauptsächlich aus Gas (etwa 99 Prozent der Masse) und Staub (rund 1 Prozent). Das Gas setzt sich überwiegend aus Wasserstoff und Helium zusammen, enthält aber auch schwerere Elemente, die durch Sternwinde und Supernova-Explosionen ins All geschleudert wurden.
Das interstellare Medium ist nicht gleichmäßig verteilt, sondern gliedert sich in verschiedene Phasen mit stark unterschiedlichen Eigenschaften. Sehr heiße, dünne Regionen mit Temperaturen über eine Million Kelvin entstehen durch Supernova-Schockwellen. Neutrale atomare Wolken haben Temperaturen von etwa 100 bis 5.000 Kelvin. Dichte molekulare Wolken, in denen Wasserstoff als H2 vorliegt, sind mit weniger als 50 Kelvin die kältesten Strukturen und zugleich die Geburtsstätten neuer Sterne.
Der Staubanteil besteht aus Silikat- und Kohlenstoffkörnern im Nanometer- bis Mikrometerbereich. Er streut und schwächt das Licht dahinterliegender Sterne - ein Effekt, den Astronomen als interstellare Extinktion bezeichnen. Gleichzeitig enthält das interstellare Medium das Rohmaterial für zukünftige Sternengenerationen und schließt damit den kosmischen Materiekreislauf.