Kelvin-Skala
Kelvin-Skala bezeichnet die thermodynamische Temperaturskala, die am absoluten Nullpunkt beginnt, dem tiefstmöglichen Temperaturzustand bei -273,15 Grad Celsius. Die Einheit der Skala ist das Kelvin (Abkürzung K), das dieselbe Schrittgröße wie das Grad Celsius besitzt - 1 K entspricht also einer Temperaturdifferenz von 1 °C. Benannt ist sie nach dem britischen Physiker William Thomson, 1. Baron Kelvin.
In der Astronomie ist die Kelvin-Skala die Standardeinheit für Temperaturen, weil viele astronomische Prozesse physikalische Gesetze erfordern, die von absoluten (thermodynamischen) Temperaturwerten abhängen. Das Plancksche Strahlungsgesetz und das Wien’sche Verschiebungsgesetz zur Berechnung der Farbe und des Strahlungsmaximums eines Schwarzen Körpers verwenden ausschließlich Kelvin. Die Oberflächentemperatur der Sonne beträgt rund 5.780 K, das Innere des Sonnenkerns erreicht etwa 15 Millionen K. Der kosmische Mikrowellenhintergrund hat eine Temperatur von rund 2,725 K - nur knapp über dem absoluten Nullpunkt.
Der absolute Nullpunkt selbst (0 K) ist ein theoretisches Limit: Kein reales System kann auf 0 K abgekühlt werden, da dies das vollständige Aufhören aller thermischen Bewegung erfordern würde. Moderne Laborexperimente kommen diesem Wert jedoch auf Bruchteile eines Millikelvin nahe.