Ozean der Stürme
Der Ozean der Stürme bezeichnet das größte der lunaren Maria, die ausgedehnten dunklen Tiefebenen auf der Mondoberfläche, die durch erstarrte Basaltlava gebildet wurden. Der lateinische Name lautet Oceanus Procellarum und er ist das einzige Mondmeer, das offiziell die Bezeichnung “Ozean” statt “Mare” trägt, was seine besondere Ausdehnung unterstreicht.
Mit einer Fläche von rund 2,5 Millionen Quadratkilometern überragt der Ozean der Stürme alle anderen Mondmeere und erstreckt sich über weite Teile des westlichen Sichtbereichs der erdzugewandten Mondseite. Entstanden ist er wie die anderen Maria durch massive Vulkanausbrüche vor etwa 3 bis 3,5 Milliarden Jahren, bei denen dünnflüssige Basaltlava riesige Einschlagbecken auffüllte und erstarrte.
In der Region um den Ozean der Stürme landeten mehrere historische Raumfahrtmissionen: Apollo 12 setzte 1969 in der östlichen Randzone auf und die Lander Surveyor 1 sowie Surveyor 3 erprobten in den 1960er Jahren die Bodenbeschaffenheit. Zahlreiche markante Krater liegen an seinen Rändern, darunter Kepler und Aristarchus, letzterer einer der hellsten Punkte der gesamten Mondoberfläche. Neuere Daten der GRAIL-Mission haben gezeigt, dass unter dem Ozean der Stürme ein System alter Lavaröhren und tektonischer Strukturen erhalten ist.