Pulsar
Pulsar bezeichnet einen schnell rotierenden Neutronenstern, der gebündelte elektromagnetische Strahlung - meist Radiowellen, aber auch Röntgen- oder Gammastrahlung - entlang seiner Magnetfeldachse aussendet. Da diese Achse nicht mit der Rotationsachse übereinstimmt, überstreicht der Strahlungskegel wie ein Leuchtturm periodisch die Erde, sodass wir regelmäßige Pulse wahrnehmen.
Pulsare entstehen beim Kollaps massereicher Sterne in einer Supernova-Explosion. Der verbleibende Neutronenstern hat typischerweise einen Durchmesser von nur etwa 20 Kilometern, enthält aber mehr als eine Sonnenmasse. Seine Rotationsperiode reicht von Millisekunden bis zu einigen Sekunden und ist außerordentlich stabil - Millisekundenpulsare gehören zu den präzisesten natürlichen Uhren im Universum. Der erste Pulsar wurde 1967 von Jocelyn Bell Burnell entdeckt und trägt die Bezeichnung PSR B1919+21.
Besonders bekannt ist der Krebspulsar im Krebsnebel (M1), einem Supernova-Überrest: Er rotiert etwa 30 Mal pro Sekunde. Doppelpulsarsysteme, in denen zwei Neutronensterne sich gegenseitig umkreisen, ermöglichen extrem präzise Tests der allgemeinen Relativitätstheorie. Millisekunden-Pulsare in Gruppen, sogenannte Pulsartiming-Arrays, werden eingesetzt, um Gravitationswellen mit sehr langen Wellenlängen nachzuweisen.