Roter Zwerg

astrophysikmilchstrasse

Roter Zwerg bezeichnet die häufigste Sternklasse im Universum: kleine, kühle, massenarme Hauptreihensterne mit Oberflächentemperaturen zwischen rund 2.400 und 3.700 Kelvin und Massen zwischen etwa 0,08 und 0,6 Sonnenmassen.

Aufgrund ihrer geringen Masse brennen Rote Zwerge ihren Wasserstoffvorrat außerordentlich sparsam und gleichmäßig. Während die Sonne etwa 10 Milliarden Jahre auf der Hauptreihe verbringt, können Rote Zwerge Lebenszeiten von Hunderten von Milliarden bis zu Billionen von Jahren erreichen - weit länger als das bisherige Alter des Universums (rund 13,8 Milliarden Jahre). Es gibt daher noch keinen einzigen Roten Zwerg, der sein Leben als Hauptreihenstern bereits beendet hätte.

Mit rund 70 bis 75 Prozent aller Sterne in der Milchstraße sind Rote Zwerge mit Abstand die häufigsten Sterne. Da sie aber sehr lichtschwach sind, ist keiner mit bloßem Auge am Himmel zu sehen. Proxima Centauri, der der Sonne nächste bekannte Stern (rund 4,24 Lichtjahre entfernt), ist ein Roter Zwerg.

Rote Zwerge werden intensiv auf Exoplaneten untersucht, da Planeten in ihrer habitablen Zone vergleichsweise nah am Stern liegen und daher leichter zu entdecken sind. Allerdings senden Rote Zwerge häufig starke Röntgen- und UV-Strahlungsausbrüche aus, die die Habitabilität ihrer Planeten beeinflussen können.