Wolkenkomplex

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Wolkenkomplex bezeichnet eine großräumige Ansammlung von Gas und Staub im interstellaren Medium, die aus mehreren einzelnen Molekülwolken und diffusen Gaswolken besteht und räumlich zusammenhängt. Solche Komplexe können sich über Dutzende bis mehrere Hundert Lichtjahre erstrecken und Massen von Hunderttausenden bis zu mehreren Millionen Sonnenmassen umfassen.

Wolkenkomplexe gelten als die wichtigsten Geburtsregionen neuer Sterne. In ihren dichtesten und kältesten Kernen - den sogenannten Dunkelnebeln oder protostellaren Kernen - kann die Temperatur auf unter 10 Kelvin absinken. Wenn Turbulenzen, Gravitation oder der Schockwellenimpuls einer nahen Supernova die Wolke komprimieren, beginnen einzelne Bereiche zu kollabieren und Sterne zu formen.

Ein bekanntes Beispiel ist der Orion-Wolkenkomplex in einer Entfernung von rund 1.300 bis 1.600 Lichtjahren, der den Orionnebel, den Barnard-Loop und zahlreiche weitere Sternentstehungsgebiete umfasst. Ähnlich groß ist der Perseus-Wolkenkomplex in rund 1.000 Lichtjahren Entfernung. Die Milchstraße enthält Tausende solcher Komplexe entlang ihrer Spiralarme. Radiowellen und Infrarotlicht ermöglichen es Astronomen, diese Strukturen trotz ihrer Lichtundurchlässigkeit im sichtbaren Bereich zu kartieren und junge Sternobjekte darin aufzuspüren.