Molekülwolke

milchstrasseastrophysik

Molekülwolke bezeichnet eine dichte, kühle Region des interstellaren Mediums, in der das Gas hauptsächlich in molekularer Form vorliegt, vor allem als Wasserstoffmolekül (H2). Molekülwolken sind die wichtigsten Geburtsstätten neuer Sterne in der Milchstraße.

Im Gegensatz zum wärmeren atomaren Wasserstoff im interstellaren Raum ist das Gas in Molekülwolken kalt (typischerweise 10 bis 30 Kelvin) und dicht genug, dass sich Moleküle bilden und erhalten können. Der enthaltene Staub schützt die Moleküle vor der zerstörerischen ultravioletten Strahlung der Sterne. Neben Wasserstoff wurden in Molekülwolken über 200 verschiedene Moleküle nachgewiesen, darunter Kohlenmonoxid (CO), Wasser, Ammoniak und komplexe organische Verbindungen.

Große Molekülwolken, auch Riesenmolekulwolken genannt, können Massen von bis zu mehreren Millionen Sonnenmassen auf Ausdehnungen von 50 bis 300 Lichtjahren enthalten. Wenn Teile einer Molekülwolke durch Eigengravitation oder externe Auslöser (etwa eine nahe Supernova) kollabieren, entstehen Sternhaufen. Ein bekanntes Beispiel ist die Orion-Molekülwolke, ein komplexes Gebiet aktiver Sternentstehung in rund 1.350 Lichtjahren Entfernung, in dem der sichtbare Orionnebel (M42) leuchtet. Molekülwolken sind optisch undurchsichtig, aber im Radio- und Infrarotbereich gut beobachtbar.