Bolometrie
Bolometrie bezeichnet die Messung der gesamten elektromagnetischen Strahlungsleistung einer Quelle über alle Wellenlängen hinweg, von Röntgenstrahlung bis zu Radiowellen. Im Gegensatz zur Photometrie, die nur bestimmte Wellenlängenbereiche erfasst, zielt die Bolometrie auf die vollständige Energieabgabe eines Objekts ab.
Das Messinstrument heißt Bolometer: Es absorbiert einfallende Strahlung und registriert die daraus resultierende Temperaturerhöhung. Moderne Bolometer in astronomischen Observatorien werden oft auf wenige Zehntelgrad über dem absoluten Nullpunkt gekühlt, um höchste Empfindlichkeit zu erreichen.
In der Astrophysik liefert die Bolometrie den zentralen Wert der bolometrischen Leuchtkraft eines Sterns - also seine gesamte abgestrahlte Leistung. Diese Größe ist entscheidend, um über das Stefan-Boltzmann-Gesetz die Effektivtemperatur und den Radius eines Sterns abzuleiten. Da die Erdatmosphäre viele Wellenlängenbereiche blockiert, müssen für eine vollständige bolometrische Messung oft Beobachtungen aus dem Weltraum kombiniert werden. Die Umrechnung einer scheinbaren Helligkeit in eine bolometrische Helligkeit erfolgt über eine Korrekturgröße, die als bolometrische Korrektur bezeichnet wird und je nach Spektraltyp des Sterns stark variieren kann.