Extinktion

astrophysikteleskope

Extinktion bezeichnet in der Astronomie die Schwächung des Lichts eines Himmelskörpers auf seinem Weg zum Beobachter durch Absorption und Streuung. Man unterscheidet zwei Formen: die atmosphärische Extinktion durch die Erdatmosphäre und die interstellare Extinktion durch Staub und Gas im interstellaren Raum.

Die atmosphärische Extinktion nimmt zu, je tiefer ein Objekt über dem Horizont steht, da das Licht dann eine längere Wegstrecke durch die Atmosphäre zurücklegt. Objekte am Horizont erscheinen um mehrere Größenklassen schwächer als im Zenit. Astronomen korrigieren ihre Helligkeitsmessungen daher um diesen Extinktionskoeffizienten, der zudem wellenlängenabhängig ist und blaues Licht stärker schwächt als rotes.

Die interstellare Extinktion entsteht durch winzige Staubteilchen in der Milchstraße, die Sternenlicht auf dem langen Weg zur Erde absorbieren und streuen. Da kurze Wellenlängen stärker gestreut werden, erscheinen weit entfernte Sterne röter als sie tatsächlich sind - ein Effekt, der als interstellare Rötung bezeichnet wird. Dichte Molekülwolken können die Extinktion so stark erhöhen, dass dahinter liegende Sterne im sichtbaren Licht nicht mehr wahrnehmbar sind und nur im Infrarot oder Radiobereich beobachtet werden können.