Fluchtgeschwindigkeit

astrophysikberechnungen

Fluchtgeschwindigkeit bezeichnet die Mindestgeschwindigkeit, die ein Körper benötigt, um dem Gravitationsfeld eines anderen Himmelskörpers zu entkommen, ohne durch weiteren Antrieb nachzubeschleunigen. Sie ist jene Geschwindigkeit, bei der die kinetische Energie eines Objekts gerade ausreicht, um die potenzielle Gravitationsenergie vollständig zu überwinden.

Die Fluchtgeschwindigkeit hängt von Masse und Radius des Himmelskörpers ab: Je größer die Masse und je kleiner der Radius, desto höher die Fluchtgeschwindigkeit. Von der Erdoberfläche beträgt sie rund 11,2 km/s. Vom Mond genügen bereits rund 2,4 km/s, da der Mond viel weniger Masse besitzt. Von der Sonnenoberfläche hingegen sind rund 618 km/s erforderlich.

Besonders anschaulich wird das Konzept bei Schwarzen Löchern: Dort übertrifft die Fluchtgeschwindigkeit am Ereignishorizont die Lichtgeschwindigkeit von rund 299.792 km/s, weshalb kein Licht und keine Information entkommen kann. Der Radius, bei dem das eintritt, heißt Schwarzschildradius. Für die Sonne läge dieser bei etwa 3 km. Die Fluchtgeschwindigkeit ist damit eine fundamentale Größe in der Himmelsmechanik und der Relativitätstheorie.