Gammastrahlenausbruch

astrophysikkosmos

Gammastrahlenausbruch bezeichnet den kurzzeitigen, extrem energiereichen Aufblitz von Gammastrahlung, der die hellsten elektromagnetischen Ereignisse im beobachtbaren Universum darstellt. Innerhalb von Sekunden bis Minuten wird dabei oft mehr Energie freigesetzt als die Sonne in ihrer gesamten Lebenszeit abstrahlt.

Astronomisch unterscheidet man zwei Hauptklassen. Kurze Gammastrahlenausbrüche dauern weniger als zwei Sekunden und entstehen wahrscheinlich durch die Verschmelzung zweier kompakter Objekte, etwa zweier Neutronensterne. Lange Gammastrahlenausbrüche mit Dauern von mehreren Sekunden bis hin zu Stunden gehen auf den Kollaps extrem massereicher Sterne zurück, der sogenannten Kollapsare. Beide Prozesse führen zur Bildung eines Schwarzen Lochs.

Der eigentliche Ausbruch wird von einem relativistischen Jet erzeugt, einem schmalen, nahezu lichtschnellen Plasmastrahl, der entlang der Rotationsachse des kollabierten Objekts ausgestoßen wird. Ein Beobachter empfängt das Signal nur, wenn dieser Jet zufällig auf ihn zeigt.

Erstmals wurden Gammastrahlenausbrüche 1967 durch militärische Satelliten der Vela-Serie entdeckt. Seither registrieren Weltraumteleskope wie das Fermi-Observatorium täglich mehrere solcher Ereignisse, die sich über das gesamte sichtbare Universum verteilen.