Huygens-Sonde
Huygens-Sonde bezeichnet eine Eintrittskapsel der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die am 14. Januar 2005 als erste Raumsonde überhaupt auf einem Mond des äußeren Sonnensystems landete - auf Titan, dem größten Mond des Saturn. Die Sonde ist nach dem niederländischen Astronomen Christiaan Huygens benannt, der Titan im Jahr 1655 entdeckte.
Die Huygens-Sonde reiste als Anhänger der NASA-Raumsonde Cassini zum Saturn und wurde im Dezember 2004 von dieser abgetrennt. Beim Eintritt in die dichte Stickstoffatmosphäre Titans - die mit einem Atmosphärendruck von rund 1,5 bar etwas dichter als die Erdatmosphäre ist - bremste Huygens durch einen Hitzeschild und Fallschirme ab. Während des rund zweieinhalbstündigen Abstiegs übermittelte sie Messdaten zu Temperatur, Druck, Windgeschwindigkeit und chemischer Zusammensetzung der Atmosphäre. Die Bilder zeigten flussbettartige Strukturen aus flüssigem Methan und eine von Erosion geformte Oberfläche.
Huygens übertrug noch etwa 72 Minuten lang Daten nach dem Aufprall auf der Oberfläche Titans - weitaus länger als geplant. Die Mission lieferte den ersten direkten Blick auf die Oberfläche eines Mond jenseits des Erdmondes und zeigte, dass Titan eine faszinierende Ähnlichkeit mit der frühen Erde aufweist - mit dem Unterschied, dass Kohlenwasserstoffe dort die Rolle von Wasser übernehmen.