Instrumentierung
Instrumentierung bezeichnet in der Astronomie die Gesamtheit der Messgeräte, Detektoren und technischen Hilfsmittel, die an Teleskopen oder Raumsonden eingesetzt werden, um Strahlung zu empfangen, zu analysieren und aufzuzeichnen. Die Wahl der richtigen Instrumentierung bestimmt maßgeblich, welche wissenschaftlichen Fragen ein Observatorium beantworten kann.
Zu den wichtigsten Instrumentklassen zählen Kameras (CCDs und Infrarotdetektoren zur Bildgebung), Spektrografen zur Zerlegung des Lichts in seine Wellenlängenkomponenten sowie Photometer zur präzisen Helligkeitsmessung. Moderne Großteleskope wie das Very Large Telescope (VLT) der ESO tragen mehrere Instrumente gleichzeitig, zwischen denen das Licht des Hauptspiegels umgeschaltet werden kann. Adaptive Optik ist eine weitere Schlüsseltechnologie: Deformierbare Spiegel korrigieren in Echtzeit die Bildverwackelungen durch die Erdatmosphäre und ermöglichen erdgebundenen Teleskopen eine nahezu raumgestützte Auflösung.
Bei Raumsonden umfasst die Instrumentierung je nach Mission Kameras, Spektrometer, Massenspektrometer, Magnetfeldsensoren, Teilchendetektoren und Radarsysteme. Das James Webb Space Telescope trägt vier Wissenschaftsinstrumente, die zusammen den Wellenlängenbereich von 0,6 bis 28 Mikrometer abdecken. Jede Instrumentgeneration erweitert die Grenzen des Beobachtbaren und öffnet oft vollständig neue Fenster ins Universum.