Interplanetarer Staub
Interplanetarer Staub bezeichnet die feinen Festkörperpartikel, die den Raum zwischen den Planeten innerhalb des Sonnensystems durchziehen. Die Teilchen haben typische Durchmesser von wenigen Mikrometern bis zu einigen Millimetern und stammen hauptsächlich aus dem Zerfall von Kometen sowie aus Kollisionen zwischen Asteroiden. Ihre Zusammensetzung spiegelt die Vielfalt des Sonnensystems wider: Silikatminerale, Kohlenstoffverbindungen, Eisenverbindungen und organische Moleküle wurden in aufgefangenen Partikeln nachgewiesen.
Die Konzentration interplanetaren Staubs nimmt zur Sonne hin zu. Zusammen mit dem Sonnenlicht, das er streut und reflektiert, erzeugt er das Zodiakallicht - ein diffuses, kegelförmiges Leuchten, das kurz nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang entlang der Ekliptik sichtbar ist. Besonders eindrucksvoll ist das Zodiakallicht von Orten fernab der Lichtverschmutzung.
Irdische Atmosphäre und Schwerkraft sammeln täglich schätzungsweise mehrere Dutzend Tonnen interplanetaren Staubs ein. Ein Teil davon gelangt als Mikrometeoriten zu Boden und kann in Tiefseeablagerungen oder antarktischem Eis gefunden werden. Die NASA-Mission Stardust sammelte 2004 Kometen- und interplanetare Staubpartikel direkt im All ein und brachte sie 2006 zur Erde zurück, was neue Einblicke in die Zusammensetzung des frühen Sonnensystems lieferte.