Kugelsternhaufen
Kugelsternhaufen bezeichnet eine dichte, kugelförmige Ansammlung von Sternen, die gravitativ aneinander gebunden sind und sich als kompakte Einheit um das Zentrum einer Galaxie bewegen. Ein typischer Kugelsternhaufen enthält zwischen Hunderttausend und mehreren Millionen Sterne, die auf einem Raumbereich von wenigen bis einigen Zehnten Lichtjahren konzentriert sind.
Im Zentrum eines Kugelsternhaufens kann die Sterndichte so hoch sein, dass Sterne nur Bruchteile eines Lichtjahres voneinander entfernt stehen - im Vergleich zu rund 4,2 Lichtjahren bis zum nächsten Stern der Sonne. Kugelsternhaufen gehören zu den ältesten Strukturen im Universum; die meisten sind 10 bis 13 Milliarden Jahre alt und damit nahezu so alt wie das Universum selbst. Sie bestehen daher überwiegend aus alten, massearmen Sternen der Spektralklassen K und M sowie aus Roten Riesen.
Die Milchstraße beherbergt rund 150 bekannte Kugelsternhaufen, die überwiegend den galaktischen Halo bevölkern. Der hellste und mit bloßem Auge sichtbare Kugelsternhaufen am Nordhimmel ist M13 im Sternbild Herkules, der im Südhimmel mit Omega Centauri (NGC 5139) deutlich übertroffen wird. Omega Centauri gilt mit etwa 10 Millionen Sternen als der massereichste Kugelsternhaufen der Milchstraße.