Leuchtkraft

grundlagenastrophysik

Leuchtkraft bezeichnet die gesamte von einem Himmelskörper - insbesondere einem Stern - pro Zeiteinheit abgestrahlte Energie, unabhängig vom Abstand des Beobachters.

Sie ist eine intrinsische Eigenschaft des Sterns und wird in Watt angegeben oder häufig in Einheiten der Sonnenleuchtkraft (L☉). Die Sonne hat eine Leuchtkraft von rund 3,83 × 10²⁶ Watt. Sterne können je nach Masse und Entwicklungsstadium um viele Größenordnungen davon abweichen: Rote Zwergsterne leuchten mit weniger als einem Hundertstel der Sonnenleuchtkraft, während massereiche Überriesen wie der Blaue Hyperriese R136a1 mehrere Millionen Mal heller strahlen.

Die Leuchtkraft lässt sich über das Stefan-Boltzmann-Gesetz aus Radius und Oberflächentemperatur eines Sterns berechnen. Kennt man zusätzlich die scheinbare Helligkeit und den Abstand, lässt sie sich auch direkt messen. Im Hertzsprung-Russell-Diagramm bildet die Leuchtkraft die vertikale Achse und erlaubt es, Sterne nach ihrer Entwicklungsphase zu klassifizieren.

Leuchtkraft und scheinbare Helligkeit werden oft verwechselt: Die scheinbare Helligkeit hängt vom Abstand ab, die Leuchtkraft nicht. Ein naher Stern kann trotz geringer Leuchtkraft sehr hell erscheinen.