Massekonzentration
Massekonzentration bezeichnet in der Astronomie eine Region mit überdurchschnittlich hoher Massendichte, die sich durch ihre verstärkte Gravitationswirkung von der Umgebung abhebt. Besonders bekannt ist der Begriff im Zusammenhang mit dem Mondinneren und mit großräumigen Strukturen im Universum.
Im mondwissenschaftlichen Kontext, auch Mascon genannt (von englisch mass concentration), bezeichnet Massekonzentration lokale Regionen unter den lunaren Maria, in denen die Dichte der Kruste und des oberen Mantels erhöht ist. Diese verursachen lokale Verstärkungen des Mondgravitationsfelds und wurden durch Bahnstörungen von Mondsatelliten wie dem Lunar Orbiter entdeckt. Sie entstanden vermutlich, als nach großen Einschlägen denser Basalt in die entstandenen Becken floss und die Kruste ausdünnerte.
In der Kosmologie bezeichnet Massekonzentration allgemein jede großräumige Ansammlung sichtbarer und dunkler Materie, die durch Gravitationslinseneffekte kartiert werden kann. Schwache Gravitationslinsen verzerren die Formen weit entfernter Hintergrundgalaxien messbar, was es ermöglicht, die Masseverteilung im Vordergrund dreidimensional zu rekonstruieren - auch dann, wenn der Großteil der Masse aus unsichtbarer dunkler Materie besteht. Berühmtes Beispiel ist der Schustersternhaufen (Bullet Cluster), bei dem Massekonzentration und Leuchtmaterie durch eine Kollision räumlich getrennt worden sind.