Objektivlinse

teleskope

Die Objektivlinse bezeichnet die dem Beobachtungsobjekt zugewandte Hauptlinse eines Linsenteleskops (Refraktors), die das einfallende Licht bündelt und ein reelles Zwischenbild erzeugt. Sie ist das lichtsammelnde Element des Fernrohrs und bestimmt maßgeblich dessen optische Leistungsfähigkeit.

Der Durchmesser der Objektivlinse, auch Apertur genannt, legt fest, wie viel Licht das Teleskop aufnehmen kann. Ein größerer Durchmesser bedeutet mehr Lichtsammelleistung und ein höheres Auflösungsvermögen. Typische Einsteiger-Refraktoren haben Objektive mit 60 bis 90 mm Öffnung, während professionelle Refraktoren Durchmesser von 50 cm und mehr erreichen können.

Für die Bildqualität ist die Korrektur von Abbildungsfehlern entscheidend. Einfache Einzellinsen erzeugen chromatische Aberration, bei der verschiedene Wellenlängen unterschiedlich stark gebrochen werden. Hochwertige Objektive bestehen daher aus zwei oder mehr miteinander verkitteten Linsenelementen aus Gläsern mit verschiedenen Brechungsindizes. Diese sogenannten Achromaten oder Apochromaten reduzieren den Farbfehler erheblich. Die Brennweite der Objektivlinse, also der Abstand vom optischen Mittelpunkt bis zum Brennpunkt, bestimmt zusammen mit dem Okular die erreichbare Vergrößerung des Gesamtsystems.