Okular
Das Okular bezeichnet die augenseitige Linsengruppe eines Teleskops oder Fernglases, durch die der Beobachter das vom Objektiv erzeugte Zwischenbild vergrößert betrachtet. Es fungiert als eine Art Lupe für das reelle Bild, das Objektiv oder Hauptspiegel zuvor erzeugt haben.
Die Vergrößerung eines Teleskops ergibt sich aus dem Verhältnis der Brennweite des Objektivs zur Brennweite des Okulars. Verwendet man beispielsweise ein Okular mit 10 mm Brennweite an einem Teleskop mit 1000 mm Objektivbrennweite, ergibt sich eine 100-fache Vergrößerung. Kürzere Okularbrennweiten liefern höhere, längere Brennweiten niedrigere Vergrößerungen.
Okulare unterscheiden sich neben der Brennweite auch im Gesichtsfeld und im sogenannten Augenabstand, also dem Abstand, den das Auge zur letzten Linse einhalten muss. Ein großes scheinbares Gesichtsfeld, das bei modernen Weitwinkelokularen bis zu 100 Grad betragen kann, ermöglicht komfortableres Beobachten und das Erkennen größerer Himmelsregionen. Einfache Okulartypen wie das Huygens-Okular oder das Ramsden-Okular sind historische Konstruktionen, während moderne Typen wie Plössl, Nagler oder Ethos aufwendige Mehrlinsen-Systeme mit verbesserter Randschärfe und Kontrastreduktion darstellen.