Ringplanet
Ringplanet bezeichnet einen Planeten, der von einem System aus Ringen umgeben ist, die aus unzähligen Eispartikeln, Gesteinsbrocken und Staubteilchen bestehen.
In unserem Sonnensystem besitzen alle vier Gasriesen Ringsysteme: Saturn, Jupiter, Uranus und Neptun. Weitaus am spektakulärsten sind die Ringe Saturns, die bereits im kleinen Teleskop sichtbar sind und sich über eine Breite von rund 70.000 Kilometern erstrecken, dabei aber oft nur wenige Dutzend Meter dünn sind. Die Saturnringe bestehen überwiegend aus Wassereis und spiegeln deshalb das Sonnenlicht sehr effizient - Saturn ist daher der im Teleskop beeindruckendste Ringplanet.
Die Entstehung von Planetenringen ist nicht vollständig geklärt. Als wahrscheinlichste Ursachen gelten die Zerstückelung eines Mondes durch Gezeitenkräfte, wenn dieser die Roche-Grenze des Planeten unterschritt, sowie die Kollision von Monden untereinander oder mit Kometen. Die Roche-Grenze gibt dabei an, bis auf welche Entfernung ein Körper einem Planeten sich nähern kann, ohne durch Gezeitenkräfte auseinandergerissen zu werden.
Planetenringe sind keine dauerhaften Gebilde: Wechselwirkungen mit Monden und der Strahlungsdruck der Sonne zerstreuen das Material über geologische Zeiträume. Jüngere Untersuchungen legen nahe, dass die heutigen Saturnringe geologisch gesehen relativ jung sind - möglicherweise erst vor einigen hundert Millionen Jahren entstanden.