Sternatmosphäre
Sternatmosphäre bezeichnet die äußerste, gasförmige Schicht eines Sterns, die für Beobachter von außen sichtbar ist und das austretende Licht prägt. Im Gegensatz zur Erde, wo Atmosphäre und feste Oberfläche klar trennbar sind, gibt es bei Sternen keine feste Grenze - die Gasdichte nimmt nach außen kontinuierlich ab.
Bei sonnenähnlichen Sternen gliedert sich die Atmosphäre in drei Zonen: Die innerste Schicht, die Photosphäre, ist die optisch sichtbare “Oberfläche” mit Temperaturen von rund 5.000 bis 6.000 Kelvin. Hier entstehen die charakteristischen Absorptionslinien im Spektrum, da hier Atome bestimmte Wellenlängen verschlucken und so die chemische Zusammensetzung verraten. Sunspots - dunklere, kühlere Gebiete mit intensiven Magnetfeldern - sind ebenfalls in der Photosphäre beheimatet.
Darüber liegt die Chromosphäre, eine dünnere Schicht mit Temperaturen von rund 10.000 Kelvin, die bei totalen Sonnenfinsternissen als rötlicher Ring sichtbar wird. Noch weiter außen schließt sich die Korona an, die überraschend heiß ist - bei der Sonne über eine Million Kelvin. Warum die Korona so viel heißer als die darunterliegende Photosphäre ist, gilt als eines der offenen Probleme der Sonnenphysik. Die Spektroskopie der Sternatmosphären liefert grundlegende Daten über Temperatur, Druck, chemische Zusammensetzung und Radialgeschwindigkeit von Sternen.