Sonnenkorona

sonnensystemastrophysik

Sonnenkorona bezeichnet die äußerste Schicht der Sonnenatmosphäre, die sich über Millionen Kilometer ins All erstreckt und bei totalen Sonnenfinsternissen als perlweißer Strahlenkranz um die verdeckte Sonne sichtbar wird. Die Korona hat eine Temperatur von über einer Million Kelvin - paradoxerweise tausendfach heißer als die darunter liegende Photosphäre mit rund 5.500 Kelvin.

Warum die Korona so extrem heiß ist, war jahrzehntelang eines der größten ungelösten Probleme der Sonnenphysik und ist es teilweise noch heute. Diskutiert werden als Ursache magnetohydrodynamische Wellen (Alfvén-Wellen), die Energie aus dem Sonneninneren in die Korona transportieren, sowie nanoflares - winzige Rekonn ektion sereignisse in magnetischen Feldlinien, die gebündeltes Energie freisetzen. Die Parker Solar Probe der NASA, seit 2018 im Einsatz, hat die Korona bereits mehrfach direkt durchflogen und neue Daten geliefert.

Aus der Korona strömt kontinuierlich der Sonnenwind, ein Plasma aus Protonen und Elektronen, ins Sonnensystem. Zusätzlich können koronale Masseauswürfe (CME) entstehen - riesige Plasmawolken, die mit Milliarden Tonnen Materie ins All geschleudert werden und beim Auftreffen auf die Erde magnetische Stürme, Polarlichter und im Extremfall Störungen in Stromnetzen und Satelliten verursachen können.