Sonnenwind
Sonnenwind bezeichnet einen kontinuierlichen Strom geladener Teilchen - hauptsächlich Protonen und Elektronen - der von der äußeren Sonnenatmosphäre, der Korona, ins interplanetare All strömt. Die Teilchen erreichen in der Erdnähe typische Geschwindigkeiten zwischen 300 und 800 km/s; bei besonderen Ereignissen wie koronalen Masseauswürfen (CME) kann die Geschwindigkeit deutlich höher liegen.
Der Sonnenwind formt die Heliosphäre - die riesige Blase, in der der solare Einfluss den interstellaren Raum dominiert - und wechselwirkt mit Planeten und anderen Körpern im Sonnensystem. Planeten mit Magnetfeld, wie die Erde, werden dabei geschützt: Das Erdmagnetfeld lenkt die meisten Teilchen ab und komprimiert sie zur tageszugewandten Seite auf einen Abstand von rund 10 Erdradien (Magnetopause). Kommt es dennoch zu starken Sonnenwindstürmen, entstehen an den Magnetpolen Polarlichter (Aurora).
Planeten ohne starkes Magnetfeld wie Mars sind dem Sonnenwind schutzlos ausgesetzt; über Milliarden Jahre trug er wesentlich zum Verlust der martialen Atmosphäre bei. An der Grenze der Heliosphäre, der Heliopause in etwa 120 Astronomischen Einheiten Entfernung, treffen Sonnenwind und interstellares Medium aufeinander. Die Voyager-Sonden haben diese Grenzzone erstmals direkt vermessen.