Wintermilchstraße
Wintermilchstraße bezeichnet den Teil des galaktischen Bands, der von der Nordhalbkugel aus in den Wintermonaten - grob von November bis März - am Abendhimmel zu sehen ist. Im Gegensatz zur Sommermilchstraße, die in Richtung des galaktischen Zentrums im Sternbild Schütze blickt, zeigt die Wintermilchstraße vom Zentrum weg in die äußeren Bereiche unserer Galaxie, in Richtung der Sternbilder Orion, Fuhrmann, Perseus und Zwillinge.
Da wir beim Blick in die Wintermilchstraße von der dichten Kernregion weg in die Randgebiete der Galaxis schauen, erscheint sie merklich schwächer und weniger strukturiert als ihre Sommergegenstück. Die Sternendichte ist geringer, und es finden sich weniger auffällige Dunkelwolken und Emissionsnebel. Dennoch beherbergt die Wintermilchstraße beeindruckende Objekte wie den Orionnebel (Messier 42) in rund 1.350 Lichtjahren Entfernung sowie den offenen Sternhaufen der Plejaden.
Für visuelle Beobachter auf der Nordhalbkugel bietet die Wintermilchstraße klare Abende mit dem Vorteil, dass die langen Nächte und die oft trockene Winterluft gute Bedingungen schaffen können. Allerdings verlangt sie einen dunklen Standort fern künstlicher Lichtquellen, da die geringe Flächenhelligkeit besonders empfindlich auf Lichtverschmutzung reagiert.