Zirkumpolarstern
Zirkumpolarstern bezeichnet einen Stern, der von einem bestimmten Beobachtungsort aus niemals unter den Horizont sinkt, sondern die ganze Nacht - und das ganze Jahr über - sichtbar bleibt. Er dreht sich scheinbar um den Himmelspol und geht weder auf noch unter. Ob ein Stern zirkumpolar ist, hängt von der geografischen Breite des Beobachters und von der Deklination des Sterns ab.
Die Bedingung für Zirkumpolarität lautet: Die Deklination des Sterns muss größer sein als 90 Grad minus der geografischen Breite des Beobachters. Für einen Standort auf 51 Grad nördlicher Breite - etwa im Raum Köln - sind Sterne mit einer Deklination von mehr als +39 Grad zirkumpolar. Polaris, der Polarstern, mit einer Deklination von nahezu +89,3 Grad ist von der gesamten Nordhalbkugel aus zirkumpolar.
Bekannte zirkumpolare Sternbilder für Mitteleuropa sind der Große Bär, der Kleine Bär, Kassiopeia, Kepheus und der Drache. Am Himmelssüdpol gibt es kein helles Äquivalent zu Polaris; das Kreuz des Südens ist für Beobachter in den Tropen und auf der Südhalbkugel aber typischerweise zirkumpolar. Der Begriff hat grosse praktische Bedeutung für die Beobachtungsplanung, da zirkumpolare Sterne unabhängig von der Jahreszeit jederzeit aufgesucht werden können und hervorragende Referenzpunkte für die Orientierung am Himmel bieten.