Erdbeobachtungssatellit
Ein Erdbeobachtungssatellit bezeichnet einen künstlichen Satelliten, der die Erde aus dem Orbit heraus systematisch beobachtet und Daten über die Erdoberfläche, die Atmosphäre oder die Ozeane sammelt. Erdbeobachtungssatelliten kreisen meist in niedrigen Erdumlaufbahnen (LEO) zwischen rund 400 und 800 Kilometer Höhe.
Die Instrumente an Bord arbeiten in verschiedenen Wellenlängenbereichen des elektromagnetischen Spektrums, von sichtbarem Licht über Infrarot bis hin zu Mikrowellen und Radar. Dadurch lassen sich je nach Anwendung Vegetationsbedeckung, Meerestemperaturen, Eisausdehnung, Wolkenstrukturen oder urbane Entwicklungen erfassen. Das europäische Copernicus-Programm mit den Sentinel-Satelliten ist eines der umfangreichsten zivilen Erdbeobachtungsprogramme weltweit.
Für die Astronomie sind Erdbeobachtungssatelliten insofern relevant, als sie Lichtquellen am Boden verursachen, die astronomische Beobachtungen durch Lichtverschmutzung beeinträchtigen können. Zugleich ermöglichen sie präzise Kartierungen von Sternwartenstandorten und atmosphärischen Bedingungen. Meteorologische Erdbeobachtungssatelliten liefern Wetterdaten, die für die Planung astronomischer Beobachtungsnächte unverzichtbar sind, da klarer Himmel eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Himmelsbeobachtungen ist.