Farbindex
Farbindex bezeichnet die Differenz zweier in verschiedenen Wellenlängenbereichen gemessener Helligkeitswerte eines Sterns. Er ist ein quantitatives Maß für die Farbe eines Sterns und damit ein direkter Hinweis auf seine Oberflächentemperatur.
Am gebräuchlichsten ist der B-V-Index: die Differenz aus der Helligkeit im blauen B-Band (rund 440 nm) und im visuellen V-Band (rund 550 nm). Heiße, blaue Sterne wie solche der Spektralklasse O oder B haben negative oder sehr kleine B-V-Werte (bis etwa -0,3), kühle rote Riesen der Klassen K und M erreichen Werte von +1,5 und mehr. Die Sonne besitzt einen B-V-Farbindex von etwa +0,65 und erscheint uns gelblich-weiß.
Der Farbindex ist besonders nützlich, weil er unabhängig von der Entfernung des Sterns ist - eine weitere Entfernung macht einen Stern zwar insgesamt schwächer, verändert aber das Verhältnis der gemessenen Helligkeiten in verschiedenen Bändern kaum. Interstellare Absorption durch Staubteilchen rötet Sterne allerdings und verschiebt den Farbindex zu höheren Werten. Die Differenz zwischen gemessenem und erwartetem Farbindex heißt Farbenexzess und liefert Informationen über die Staubmenge auf dem Sichtweg zum Stern.