Himmelsmechanik
Himmelsmechanik bezeichnet den Zweig der Astronomie und Mathematik, der sich mit den Bewegungen von Himmelskörpern unter dem Einfluss von Gravitationskräften befasst. Sie liefert die mathematischen Methoden zur Berechnung und Vorhersage von Planetenbahnen, Mondphasen, Finsternissen und der Flugbahnen von Raumsonden.
Die Grundlagen legte Isaac Newton mit seiner Gravitationstheorie im 17. Jahrhundert: Alle Massen ziehen sich gegenseitig an, wobei die Kraft proportional zum Produkt der Massen und umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstands ist. Damit ließen sich die zuvor von Johannes Kepler empirisch aufgestellten Gesetze der Planetenbewegung theoretisch ableiten. Das Zweikörperproblem - die Bewegung zweier sich gegenseitig anziehender Massen - lässt sich exakt lösen. Sobald mehr als zwei Körper beteiligt sind (Dreikörperproblem), sind nur noch Näherungslösungen möglich.
Praktisch wird Himmelsmechanik bei der Planung von Raumfahrtmissionen eingesetzt, etwa zur Berechnung von Swing-by-Manövern, bei denen eine Sonde die Schwerkraft eines Planeten nutzt, um Geschwindigkeit zu gewinnen. Auch die Entdeckung von Neptun im Jahr 1846 beruhte auf himmelsmechanischen Berechnungen: Abweichungen in der Uranusbahn deuteten auf einen weiteren Planeten hin, dessen Position vorhergesagt und anschließend bestätigt wurde.