Libration
Libration bezeichnet das scheinbare Wackeln oder Schwanken des Mondes, das es ermöglicht, von der Erde aus insgesamt rund 59 Prozent der Mondoberfläche zu sehen, obwohl der Mond der Erde stets dieselbe Seite zukehrt.
Obwohl der Mond gebunden rotiert - also in derselben Zeit um die eigene Achse dreht, wie er die Erde umkreist - sorgen drei Effekte für die sichtbaren Schwankungen: Bei der Libration in Länge läuft der Mond auf seiner elliptischen Bahn nicht gleichmäßig schnell, während seine Rotation konstant bleibt; dadurch blickt man zeitweise etwas um seine Ost- oder Westkante. Bei der Libration in Breite ist die Mondachse leicht gegenüber der Bahnebene geneigt, wodurch man mal etwas über den Nord- und mal über den Südpol hinwegsehen kann. Die parallaktische Libration entsteht durch den Standortwechsel des Beobachters auf der rotierenden Erde.
Die geographische Libration hingegen ist keine Schwankung, sondern ein geometrischer Effekt: Beobachter auf verschiedenen Seiten der Erde haben leicht unterschiedliche Blickwinkel auf den Mond.
Libration hat praktische Bedeutung für die Planetenkartographie: Randgebiete des Mondes sind durch sie zeitweise beobachtbar, jedoch unter sehr flachem Winkel, was die Detailgenauigkeit einschränkt.