Missionskontrolle

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Missionskontrolle bezeichnet das bodenseitige Kontrollzentrum einer Raumfahrtmission, von dem aus Ingenieure und Wissenschaftler den Betrieb von Raumfahrzeugen überwachen, steuern und bei Problemen eingreifen. Sie ist das nervliche Zentrum jeder bemannten und unbemannten Raumfahrtmission.

Die bekannteste Einrichtung dieser Art ist das Johnson Space Center der NASA in Houston, Texas, dessen Missionskontrollzentrum (Mission Control Center) legendären Ruhm erlangte. Von hier aus wurden alle bemannten Apollo-Mondmissionen gesteuert, und hier fiel die berühmte Aussage Gene Kranz’: “Failure is not an option” während der Krisenbewältigung bei Apollo 13 im Jahr 1970. Auch die Raumstation ISS wird dauerhaft von dort aus überwacht, während Russland die Kontrolle über den russischen Segment vom Kosmonautenkontrollzentrum in Korolev bei Moskau aus führt.

Die Aufgaben der Missionskontrolle umfassen Telemetrieauswertung (empfangene Mess- und Statusdaten des Raumfahrzeugs), Bahnplanung und Manöverberechnungen, Kommunikation mit der Besatzung sowie das Erarbeiten von Lösungen bei technischen Störungen. Große Missionen erfordern bis zu mehrere Hundert Spezialisten, die in Schichten den Betrieb rund um die Uhr aufrechterhalten. Mit wachsender Entfernung der Raumfahrzeuge steigt die Signallaufzeit und begrenzt die Möglichkeit zur Echtzeit-Steuerung: Zum Mars beträgt die einfache Laufzeit je nach Position 3 bis 22 Minuten.