Telemetrie

raumfahrt

Telemetrie bezeichnet in der Raumfahrt die automatische Übertragung von Mess- und Zustandsdaten eines Raumfahrzeugs zur Bodenstation sowie den umgekehrten Weg von Steuerbefehlen zum Fahrzeug. Der Begriff leitet sich vom griechischen “tele” (fern) und “metron” (Maß) ab.

Telemetriesysteme erfassen kontinuierlich Hunderte bis Tausende von Parametern an Bord: Temperaturen, Drücke, Spannungen, Ströme, Treibstoffmengen, Ausrichtung und Drehrate, Status aller Subsysteme sowie wissenschaftliche Messwerte der Nutzlast. Diese Daten werden codiert, komprimiert und über Funksignale zur Erde gesendet. Dort werten Ingenieure sie in Echtzeit aus, um den Gesundheitszustand der Sonde zu überwachen und bei Anomalien einzugreifen.

Die Herausforderungen der Raumfahrttelemetrie wachsen mit der Entfernung: Signale von der Voyager-1-Sonde, die inzwischen mehr als 20 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt ist, brauchen über 22 Stunden bis zur Erde (Stand 2024) und kommen mit einer winzigen Sendeleistung von nur etwa 20 Watt an. Das Deep Space Network der NASA betreibt dafür riesige Parabolantennen mit bis zu 70 Meter Durchmesser. Telemetrie ist essenziell nicht nur für bemannte Missionen, sondern auch für die gesamte Funktionsfähigkeit wissenschaftlicher Raumsonden.