Transferbahn

raumfahrtberechnungen

Transferbahn bezeichnet eine Raumfahrtbahn, die ein Raumfahrzeug von einer Ausgangsbahn zu einer Zielbahn bringt. Die bekannteste und treibstoffeffizienteste Variante ist die Hohmann-Transferbahn, benannt nach dem deutschen Ingenieur Walter Hohmann, der sie 1925 theoretisch beschrieb.

Bei einem Hohmann-Transfer zwischen zwei kreisförmigen Bahnen um denselben Zentralkörper beschleunigt das Raumfahrzeug zunächst am Perigäum (tiefsten Punkt) der Ausgangsbahn, um in eine elliptische Übergangsbahn einzuschwenken, deren Apogäum (höchster Punkt) die Zielbahn berührt. Am Apogäum wird ein zweites Beschleunigungsmanöver durchgeführt, um in die kreisförmige Zielbahn einzubiegen. Für eine Bahn von der Erde zum Mars dauert ein solcher Transfer typischerweise rund neun Monate.

Der Hohmann-Transfer ist zwar der treibstoffsparendste Weg zwischen zwei Kreisbahnen, aber nicht immer der schnellste oder einzig mögliche. Wenn Zeit wichtiger ist als Treibstoff, können direktere Bahnen mit höherer Geschwindigkeit genutzt werden. Swing-by-Manöver (Gravitationsassistenz an Planeten) erlauben es, ohne Treibstoffverbrauch erheblich zu beschleunigen. Die Cassini-Sonde nutzte beispielsweise Swingbys an Venus, Erde und Jupiter, um Saturn in sieben Jahren zu erreichen.