Mondparallaxe
Mondparallaxe bezeichnet die scheinbare Verschiebung der Mondposition am Himmel, die sich ergibt, wenn man ihn von zwei verschiedenen Punkten auf der Erdoberfläche gleichzeitig beobachtet. Sie war historisch eines der ersten Verfahren zur Messung der Entfernung eines Himmelskörpers.
Das Prinzip basiert auf der Triangulation: Zwei Beobachter an weit voneinander entfernten Orten auf der Erde messen gleichzeitig den Winkel zwischen dem Mond und einem fernen Bezugsstern. Da der Stern durch seine sehr viel größere Entfernung praktisch keine Parallaxe zeigt, ist der Unterschied beider Messwerte direkt auf die Mondparallaxe zurückführbar. Aus diesem Winkel und dem bekannten Abstand der beiden Beobachtungsorte lässt sich die Entfernung des Mondes trigonometrisch berechnen.
Die horizontale Äquatorialparallaxe des Mondes, also der Winkel, unter dem der Erdradius am Äquator vom Mond aus erscheint, beträgt im Mittel etwa 57 Bogenminuten. Daraus folgt die mittlere Mondentfernung von rund 384.400 km. Bereits der griechische Astronom Hipparchos bestimmte im 2. Jahrhundert v. Chr. die Mondentfernung mit dieser Methode auf einen Wert, der mit rund 67 Erdradien zwar um etwa zehn Prozent über dem modernen Ergebnis von etwa 60 Erdradien lag, damit aber erstmals die richtige Größenordnung traf - eine bemerkenswerte Leistung für die damalige Zeit. Heute werden Mondabstandsmessungen durch Laserreflektoren auf der Mondoberfläche auf Millimeter genau durchgeführt.